Vogelkundliche Wanderung des Ortskulturring Esgrus oder

Wie der Zaunkönig zu seinem Namen kam

23.09.2019
Vogelkundliche Wanderung des Ortskulturring Esgrus oder

Die Vögel kamen auf die Idee einen König zu wählen auf dass alles seine Ordnung habe. Somit kamen alle Vögel zur großen Versammlung. Auch ein kleiner Vogel war unter ihnen, der noch keinen Namen hatte. Auf der Versammlung wurde beschlossen, dass der zum König werden sollte, der am höchsten fliegen kann. Am nächsten Morgen startete der Wettkampf. Die kleineren Vögel fielen schnell zurück und auch den etwas größeren blieb bald nichts anderes übrig als aufzugeben. Nur der Adler stieg höher und höher in den Himmel und schließlich ließ er sich siegessicher gemächlich gleiten. Doch da kam plötzlich aus dem Gefieder des Adlers der kleine, namenslose Vogel geflattert und steigt noch höher und ruft laut: „König bün ick!“ Die anderen Vögel empörten sich über die List des kleinen Vogels. Und so muss er sich vor den anderen Vögeln, die er austricksen wollte in acht nehmen. Gern sucht er in Hecken und Zäunen Deckung und ruft dort sein »König bün ick! König bün ick!«, weshalb ihm die anderen den Spottnamen »Zaunkönig« gegeben haben. (gekürzte Fassung)

An einem Freitagabend im Mai, nachdem der Wind sich glücklicherweise etwas gelegt hatte, fanden sich ungefähr 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen in Esgrusschauby am Bewegungskindergarten ein, darunter auch 8 interessierte Kinder und Jugendliche. Nach der Begrüßung durch die neue Vorsitzende des Ortskulturings Esgrus Wiebke Clausen-Sievers wurde in Fahrgemeinschaften nach Stausmark zum Startpunkt der vogelkundlichen Wanderung gefahren. Der Wanderrundweg führte am Waldrand, im Wald und über eine Wiese. In zwei Gruppen wurden die Teilnehmer von Lutz Clausen und Ulf Martensen geführt. Eine der ersten Vogelstimme, die zu hören waren, gehörte zu einer Amsel. Aber auch die Mönchsgrasmücke, das Rotkehlchen und die Blaumeise und noch viele andere waren zu hören. Nicht nur der Kuckuck kann seinen Namen rufen, sondern auch der Zilp-Zalp! Lutz Clausen und Ulf Martensen vermittelten die Vogelstimmen auf spielerische und humorvolle Art und Weise. So kann man sich mit Hilfe von Merksprüchen, die den Charakter eines Vogelliedes oft erstaunlich gut treffen, die ein oder andere Vogelstimme erarbeiten, so z.B. der Merksatz der Goldammer, die ein „Wie, wie, wie hab ich dich liiiieb“ trällert. Auch in der Fachliteratur können die Beschreibungen der Vogelstimmen sehr poetisch sein. So wird in dem Buch „Die Vögel Europas“ von Lars Jonsson der Gesang der Nachtigall folgendermaßen beschrieben: …tagsüber laut und flötend, mit schluchzendem ansteigendem Crescendo von Pfeiftönen….“. Der Gesang des Rotkehlchens hingegen wird als „…rieselnder Bach glasklarer Töne mit launischen Tempowechsel…“ erwähnt. . Aber auch andere Themen wurden am Rande behandelt Die Kinder fanden auch die Frösche am Wegesrand sehr spannend und Ulf Martensen erklärte ihnen, dass die  Sikta-Fichte  15-25 Millimeter scharf zugespitzte Nadeln hat um nicht angefressen werden zu können.  Als aber, fast am Ende unserer Wanderung ein kleiner Vogel sein kräftiges „König bün ick“ gerufen hat, erzählte uns Lutz Clausen, die Geschichte vom Zaunkönig, die ihm schon sein Vater erzählt hatte.

Text & Foto: Anja Lindner

 
» Zurück